Vom Rand der Wiese liegt die Altstadt als dunkle Dächer, nicht als Postkarte. Die Aare ist ein heller Strich, dünner als man sie von unten in Erinnerung hat. An klaren Tagen steht hinten der Eiger, an normalen Tagen eine Milch aus Dunst, und man tut so, als wüsste man, wo der Berg wäre.
Am Vormittag ist das Licht flach und die Stadt grau. Nach drei kommt die Wärme auf die Fassaden, und die Ziegel werden rot, auch wenn der Gurten selbst schon im eigenen Schatten liegt. Lucia sagt, wer fotografieren wolle, solle sich setzen. Im Stehen verwackeln die Leute, weil der Hang nachgibt und man unwillkürlich die Knie beugt.
Der Blick ist keine Plattform mit Geländer. Wer einen Schritt zu weit geht, steht im Salbei. Zurück auf den Pfad ist immer möglich, die Stadt läuft nicht weg.