Zur Wiese

Eine Bank, nach Nordwesten

Sie steht am unteren Rand der Kuppe, die Lehne zur Wiese, das Gesicht zur Stadt. Die Latten sind 2018 ersetzt worden, die Eisenfüsse sind älter und rostig da, wo das Gras sie feucht hält. Zwei Personen sitzen bequem, drei, wenn sie sich kennen.

2019 hat jemand ein Taschenbuch unter die Latte geschoben, in einer Blechdose, der Deckel mit einem Stein beschwert. Der Verein hat es nicht weggeworfen. Das Buch ist ein Krimi, die Seiten wellig, der Schluss fehlt, die letzten Bogen sind herausgefallen und liegen unter dem Buch in derselben Dose. Wer weiterliest, bringt den Schluss nicht mit. Es ist ein Scherz geworden, den niemand geplant hat.

Im Wind ist die Bank der einzige Ort, an dem man nicht die Jacke festhalten muss. Die Wiese dahinter zieht, hier hält der Rücken der Lehne dagegen. Abends sitzt oft dieselbe Frau da, Lucia kennt ihren Vornamen und sagt ihn nicht weiter.